Niemand ist ausgeschlossen von der Liebe Gottes

140122 1Sam (17,3-33.37.40-51,Mc3,1-6)

PREDIGT

Die Pharisäer und die Anhänger von Herodes suchten einen Grund Jesus zu töten. Er war ein Hindernis für sie, für ihre Religion, ihre Macht und für das Gesetz. Dennoch setzte Jesus sein Werk der heilenden Verzeihung und Rettung fort. Der Mensch ins Zentrum der Synagoge gestellt ist Symbol für uns alle. Der arme Kranke hat nichts von sich aus unternommen, er hat auch nicht den Herrn um etwas gebeten. Es war Jesus selbst der seine Notwendigkeit erkannte, sich um die verdorrte Hand des Menschen zu kümmern.

 

„Steh auf, komm hier in die Mitte!“ Vielleicht ist diese Einladung in die Mitte zu kommen, das Erste, was wir verstehen müssen. Es bedeutet: Du bist zuerst geliebt von Gott, Du bist ein Kind Gottes, eine Tochter, ein Sohn Gottes, Du bist wichtig. Du bist dazu bestimmt dein Leben zuführen in Heiterkeit und Freude. Du sollst heil sein an Leib und Seele. Hast du schon wenigstens ein einziges Mal ausprobiert in der Mitte zu stehen, dich in der Mitte von einer Gruppe von Leuten zu befinden, die dich anschauen und hören? Was empfandest du dabei?

Die zweite  Einladung ist: “Streck deine Hand aus!“ Seine Hand war gelähmt. Streck deine Hand aus bedeutet: lass dich sehen, wie du bist, mach dir deine Krankheiten und Schwächen bewusst. Wir sind gewohnt unsere guten und starken Seiten zu sehen, nicht unsere schwachen. Wir wissen nicht, warum eine Hand des Mannes gelähmt war. Die rechte Hand ist die aktive Hand, die linke Hand die Hand des Herzens. Vielleicht wollte er die eine oder andere Sache mit dieser oder jener Hand machen, aber es gelang ihm nicht, weil die Eltern oder andere Personen es verboten haben; vielleicht mit einem Schlag des Stockes auf die Hand. Wer weiß!?

Solche Erfahrungen – oft geschehen in der Kindheit oder Jugend - sind Wunden des Körpers und der Seele. Jesus heilt die Wunden, wenn wir uns von IHM anschauen lassen, wenn wir IHM unsere Wunden zeigen. In dieser Situation Jesus steht auf der Seite des Verwundeten, des Kranken, des Armen. Es ist geschrieben:  „Er sah sie der Reihe nach an, voll Zorn und Trauer über ihr verstocktes Herz“.

 

Natürlich endet die Geschichte des Geheilten nicht in der Synagoge. Der Geheilte muss die Mitte der Synagoge wieder verlassen und muss ein neues Leben leben, mit beiden Händen mitten unter den anderen Menschen. Auch wir können nicht in der Mitte bleiben. Die Mitte ist der Platz, der Raum Gottes. Wenn wir geheilt sind, müssen wir an die Peripherie; an den Rand gehen - wie unser Papst uns rät. Wir müssen zu den Verletzten, den Kranken, den Armen und zu den Kleinsten gehen, auch zu denen außerhalb der Kirche. Wir müssen alle einladen “in die Mitte“ zu kommen. Das Zentrum ist nicht die Kirche, sondern Gott allein. Mit unserer Hilfe, durch uns, müssen alle Menschen erfahren, dass Gott sie liebt. Jesus ist das Lamm Gottes, das hinweg nimmt unsere Verwundungen, das hinwegnimmt die Sünde der Welt.