Domenica Santissimo corpo e sangue di Cristo : B (7. 06.15)                          

Exodus24,3-8  

Hebräer9,11-15

Markus14,12-16

 

Einführung in den Gottesdienst:

 

Heute feiern wir das Fest des heiligsten Leibes und Blutes Jesu Christi. Die Sorgfalt, mit der Jesus die Feier seines letzten Abendmahles vorbereitet zeigt, dass er mit dem Geschenk seines Leibes und seines Blutes das österliche Werk unseres Heils zum Höhepunkt bringen und vollenden will. Für all das danken wir Gott.

 

Es sind heute noch einige deutsche Freunde aus der Gruppe hier anwesend, mit denen ich in der vergangenen Woche in unserem Augustiner Kloster Yoga und Meditation gemacht habe. Gerade auch mit ihnen will ich nun Gott für all den Reichtum danken, den wir aus Seiner Güte hier empfangen haben.

Am Ende der Messe wollen wir ein deutsches Lied singen. Das Evangelium werde ich in beiden Sprachen verkünden und nach der Predigt will ich noch einige Worte an meine Freunde richten.

 

Jetzt sind wir aufgerufen ganz besonders an Ihn zu denken, der Brot und Wein zu sakramentalen Zeichen Seines geschenkten Lebens und Seiner Gegenwart mitten unter uns gemacht hat. Zögern wir nicht uns mit unserer aufrichtigen Bitte um Verzeihung an Ihn zu wenden.

 

  • Herr, wahres Brot, herabgestiegen vom Himmel, um unseren Hunger nach Wahrheit und Liebe zu stillen, erbarme dich unser.

  • Christus, wahrer Trank, der den Durst seines Volkes beim Einzug in das neue und ewige Jerusalem stillt, erbarme dich unser.

  • Herr, wahres Osterlamm, das uns vom Tod zum Leben führt, befreie uns aus der Sklaverei der Sünde, erbarme dich unser.  

 

 

 

Predigt:

 

Jesus nimmt das Brot, segnet es, bricht es und gibt es seinen Jüngern mit  den Worten: „Nehmt, das ist mein Leib“. „Nehmt!“ Darin besteht das Wunder, das Herzklopfen, das Ziel.
„Nehmt!“, damit ihr verwandelt werdet. Der Sinn dessen, was in diesem Saal des Abendmahls geschieht, was gewissermaßen auf den Kopf stellt, ist das, was mehr im Jünger geschieht als im Brot. Ein Gott, der wie das Brot, das ich esse, zur Zelle meines Körpers, zu meinem Atem zu meinem Handeln und Denken wird. Er verwandelt sich in mir und verwandelt mich in sein Bild.

Worum Jesus wirklich seine Freunde bittet ist nicht dieses Brot zu bewundern , zu verehren, anzubeten - sicher werden wir auch dieses mit dem Tanz in unserem Herzen tun- aber das, was mich überrascht ist dieses präzise und klare Wort, gleichsam wie eine Anordnung: „Nehmt!“ Wie eine Liebeserklärung will ich sein: in deinen Händen, in deinem Mund, in deinem tiefsten Inneren, so wie das Brot. Es ist Sein Bedürfnis nach Gemeinschaft ohne Hindernisse, ohne Ängste. Gott in mir, Gott vereinigt sich mit meinem Herzen, ich vereinige mich mit Seinem Herzen, und wir werden eins.

 

Das Geheimnis Gottes ist groß und mächtig. Jesus bringt den Himmel auf die Erde, Gott im Menschen, ungeheures Leben in diesem kleinen Menschen-Leben. Noch viel mehr als Sünden zu vergeben ist er gekommen, um zu bringen, sich selbst zu bringen. Wie ein Bräutigam, der sich der Braut hingibt.

Jesus sagt im Evangelium: „Solange der Bräutigam mit ihnen zusammen ist, fasten meine Jünger nicht“. Eine Begegnung mit Ihm ist wie für die Liebenden des Hohen Liedes, Geschenk und Jubel, Intensität und Zärtlichkeit, Fruchtbarkeit und Treue.

Wir sind gewohnt an Gott zu denken wie an einen Vater, der Träger der Liebe - was er auch ist - notwendig um überhaupt erst geboren zu werden und dann zu wachsen. Aber Gott ist auch Mutter, die von sich aus mit ihrem Leib ihre Kinder ernährt. Und er ist zugleich Bräutigam, freie Liebe, die Verbindung sucht zur Braut, die uns zu seinen Freunden macht, Ihm sogar ähnlich macht.

„Das ist mein Leib“, sagt Jesus, der Ort, wo Gott und der Mensch zusammen eins sind: Gott Teil des Menschen, der Mensch Teil Gottes und niemand könnte sie mehr voneinander trennen. Das empfangen wir also, wenn wir den Leib Christi empfangen: Gott Teil von mir, unzertrennbar. Unsere Teilhabe am Leib und Blut Christi strebt zu nichts anderem als in das verwandelt zu werden, was wir empfangen. (Das sind auch die Gedankengänge von unserem Ordensvater Augustinus!)

 

Eine weitere wichtige Sache allerdings dürfen wir auch nicht vergessen: Am Leib Christi nehmen wir nicht nur in der Eucharistie teil. Das ganze Evangelium versichert uns nämlich, dass die gesamte Menschheit Leib Christi ist. „Was ihr auch immer den Geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan“: Die ganze Menschheit ist Leib Gottes. Daher dürfen wir nicht mehr den Leib Christi auf dem Altar der Kirche vom Leib Christi auf dem Altar des Bruders trennen. Der Leib Christi in den Armen, in den Leidenden, in den Kranken, den Emigranten oder in jedem , der in Schwierigkeiten steckt. Der Leib Christi auch in meinem Nächsten, in deinem Bräutigam, in deiner Frau, in deinem Kind und deinem Mädchen, in deinem Vater oder deiner Großmutter: Denn die Braut ist zur Braut des Bruders geworden, auch des letzten Bruders, und so natürlich auch der Bräutigam zur Braut der Schwester.

 

 

 

 

 

Ihr Lieben… Ich möchte meine Predig mit einem poetischen Text und einigen persönlichen Worten beenden.

 

 

 

Den ganzen  Tag, o Mensch,

strecke ich meine Hände vom Kreuz aus,

um dich zu umarmen,

und wenn ich dich umarmt habe,

neige ich mein Haupt, um dich zu küssen,

und wenn ich dich geküsst habe,

öffne ich meine Seite,

um dich in mein Herz zu führen,

so wie zwei eins sind in einem Leib.

 

 

Hier in San Gimignano waren einige meiner Freunde aus Deutschland, von denen jetzt noch einige da sind.In unserem Kloster haben wir die ganze Woche mit Yoga und Meditation verbracht. Alle, die schon abgereist sind oder heute noch abreisen werden, reisen mit Begeisterung und Freude im Gepäck. Sie haben die schöne Landschaft der Toskana und ihren kulturellen Reichtum schätzen und lieben gelernt. Sie staunten über die schöne Stadt,den Dom, die Augustinerkirche mit ihren schönen und berühmten Fresken. Aber vor allem hatten sie ihre Freude an dem alten Kloster mit seinem Kreuzgang und seiner in die Stille führenden Atmosphäre. Wir sind hier vielen freundlichen und liebenswürdigen Menschen begegnet. Natürlich haben wir auch viel Eis geleckt, gute Pasta gegessen, guten Wein getrunken und den italienischen Espresso genossen.

 

Wahrlich, wir haben etwas vom Evangelium gelebt, wie es im Text beschrieben wird: Ich glaube, dass uns der Herr vom Kreuz herab umarmt hat, und wir haben uns gegenseitig umarmt. Wir haben Eucharistie gefeiert und das Brot  und den Wein Christi genommen, wie er es empfohlen hat und so sind wir ein Leib im Herrn geworden, und wir haben wie sein Leib gelebt. Deshalb danke ich Gott, deshalb danken wir Gott von ganzem Herzen und sind froh, dass wir das jetzt auch mit Euch zusammen in dieser hl.Messe tun dürfen.